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Testbericht Pentax K-1 II

Pentax K-1 Mark II: Neue Impulse für die Spiegelreflex-Technologie

 

Nikon und Canon sind im Regelfall in aller Munde – Kenner jedoch wissen, dass Pentax mit der Präsentation der K-1 Mark II eine Vollformat-Kamera auf den Markt brachte, die speziell in dieser Technologie neue Wege geht und interessante Akzente setzt. Das ganze Power-Paket mit 36 Megapixeln gibt zum attraktiven Preis deutlich unter 2.000 Euro. Das soll denen mal einer nachmachen.

 

Die Kamera ist ziemlich wuchtig – und doch in allen Ausmaßen etwas größer als seine Mitbewerber. Dafür aber liegt sie satt, stabil und gut in der Hand. Verarbeitungstechnisch gibt sich das robuste Gehäuse bis in die kleinsten Details hervorragend – unserer Meinung nach erweist sich diese K-1 vielleicht sogar der Klassenprimus. Den guten Eindruck machte kürzlich einer der Tester auf seine Worte deutlich: „Die K-1 II wirkt geradezu so, als könne man mit ihr Nägel in die Wand schlagen. Auch Umwelteinflüsse können ihr kaum etwas anhaben. Sie ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt und auch noch bis -10 Grad Celsius frostsicher. Tatsächlich kann man die Kamera problemlos in der Erde vergraben, sie wieder ausbuddeln und unter fließendem Wasser abwaschen, sofern auch das Objektiv diese Prozedur mitmacht.“

 

Die K-1 MK2 ist ein Schätzchen, mit dem man sich doch etwas intensiver auseinandersetzen muss – sprich: Gebrauchsanweisung lesen und Videos dazu auf YT schauen. Zahlreiche Rädchen und noch mehr Buttons zieren dieses Arbeitstier – und es braucht doch einige Zeit, bis man mit allem klarkommt. Hat man aber den Dreh raus, ist flottes – vor allem aber kreatives Arbeiten – das reinste Vergnügen. Besonders gut gefallen hat uns der extrem gut ausgestattete Sucher, der sich besonders hell gibt und gleich 100 Prozent Bildabdeckung bietet. Stets im Bild sind natürlich alle wichtigen Parameter, die für die Bildgestaltung wichtig sind. Über die bereits erwähnten Drehräder und Knöpfe kann man leicht mit jeweils rechtem Daumen und Zeigefinger in die Einstellungen eingreifen und diese verstellen: Blende, Zeit, Programmwahl, Weißabgleich, Korrektur, ISO-Einstellungen, etc. Was uns sehr gefallen hat: Umschaltung auf AF/MF ist am Gehäuse angebracht – auch solche kleine Details erleichtern das Arbeiten ungemein. Solche Features bietet diese Kamera sehr viele – daher die vielen Knöpfe ….

 

Die Kamera arbeitet schnell und exakt. Wir hatten für die Produktion unserer Testbilder das hervorragend ausgestattete und ebenso verarbeitete 24-70mm/f2.8 HD Pentax-D FA am bewährten K-Bajonett. Der Autofokus gibt sich superschnell und stellt exakt scharf. Der integrierte Bildstabilisator sorgt dafür, dass auch längere Belichtungszeiten locker gehalten werden. Die Bildqualität ist über jeden Zweifel erhaben … man kennt das ja von vielen anderen Pentax-Objektiven. Im LV-Modus arbeitet die Kamera wie nicht anders zu erwarten etwas langsamer. Dafür habt man vollen Zugriff auf alle Infos, die auch spiegellose Digitalkameras bieten. Das Display lässt sich über ausgeklügelte Streben, Kugelgelenke und raffinierte Verankerungen dreidimensional bewegen und löst knapp mehr als eine Million Bildpunkte auf. Auch hier haben die Ingenieure viel Augenmerk auf Robustheit gelegt: Das Ding ist echt super stabil und robust.

 

Die K-1 MK2 ist eine Profi-Kamera, daher wurden ihr auch zwei Kartenslots spendiert und reichlich Anschlüsse für gehobene Ansprüche. Wer sich darüber genauer informieren möchte – einfach die Webseite von Pentax besuchen. Wir haben mit der Kamera nur fotografiert.

Nun zum Menü: Dieses wirkt reduziert, weil man viele Funktionen über einen der zahlreichen Buttons ansteuern kann. Weniger ist mehr, scheint die Strategie von Pentax zu sein. Dennoch liefert das Menü viele Feineinstellungsmöglichkeiten – wie beispielsweise die Programmkurve. Über das Schnellmenü lässt sich die Kamera individuell einstellen – aber das ist man von Geräten in dieser Preis- und Qualitätsklasse ja gewohnt.

Pentax liefert mit der K-1 MK2 ein üppig geschnürtes Paket Kamera. Allerdings: Man muss sich mit ihr schon intensiv auseinandersetzen, um die volle Ausbeute auszunützen. Gut – man kann das Ding auch einfach auf „Grün“ stellen und drauflos knipsen. Dann allerdings verzichtet man auf alle die fantastischen Möglichkeiten, die die Kamera offeriert. Angesprochen sind also ambitionierte Hobbyfotografen, aber natürlich auch Profis, die auf nichts verzichten möchten – außer vielleicht auf ultraschnelle Serienbildproduktion, die Sportfotografen benötigen. Für Abenteurer, Globetrotter und Landschaftsfotografen wird sich die K-1 MK2 hingegen als ideales, übrigens auch bildhübsches, Arbeitstier erweisen.

 

Aufgrund der derzeitigen Corona-Quarantäne-Bestimmungen begrenzte sich unser Testbilder-Katalog auf Spaziergänge durch das einsame Dornbirn mit Innenstadt, Marktplatz, Inatura, Dornbirner Ach und meinem Hund Barolo.

Die Kamera ist bei uns im Geschäft lagernd. Preis: EUR 1.999.-
Objektiv 24-70mm/f2.8 HD Pentax-D FA: EUR 1.179.-

Fotos und Text von Walter de Meijer im Auftrag von Foto Hebenstreit.

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Kommentare: 3
  • #1

    Elmar WESSELMANN (Donnerstag, 02 April 2020 17:32)

    Über die Verarbeitungsqualität und über die Bildqualität braucht man bei Pentax nicht zu diskutieren, aber der Autofokus ist bei Pentax zu langsam und nicht treffsicher genug. Alle Tests über die K1 Mk2 bestätigen das. Ich weiß nicht, welche Kamera Sie getestet haben?

  • #2

    Stefan Hilmer (Freitag, 03 April 2020 11:52)

    Hallo,
    Wir haben die Pentax KP und seit einigen Tagen auch die K1II in Benutzung. Beide Kameras sind unglaublich gut, aber die K1II legt nochmals einige schüppen drauf. Das Sucherdiplay ist gewöhnungsbedürftig, aber sehr gut und die Fokusgeschwingkeit ist mehr als ausreichend, nur die farbwiedergabe ist ungewohnt, da nicht so knallig, eher realistisch. Das ist mittlerweile auch schon ein Pluspunkt.

  • #3

    Foto Hebenstreit (Freitag, 03 April 2020 15:18)

    @Elmar Wesselmann
    Hallo Elmar,

    vielen Dank für dein nettes Kommentar!

    Was heißt ein AF ist "zu langsam"? Klar, die Pentax ist nicht geeignet für Sportfotografie o.ä., jedoch ist sie für Portrait-, Landschafts- und Reportagefotografie schnell genug.
    Wir haben also definitiv eine Pentax K-1 II getestet, jedoch haben wir sie nicht mit einer Nikon D5 verglichen �.

    Was den AF natürlich auch beeinflusst, ist die vorhandene Lichtsituation. Unsere Meinung ist aber, wie gesagt, dass die K-1 II unter guten Bedingungen für die Aufgaben, für die die K-1 bestimmt ist, auf jeden Fall schnell genug scharf stellt.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Tobias