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Testbericht: Fuji GF 63mm f2.8

GF 63mm f2.8 R WR für das Fuji-Mittelformat: Understatement im Hochleistungsbereich

Als Fuji vor knapp vier Jahren mit der GF50S und GF50R (leisten jeweils 50MP) neues Mittelformat-Terrain betrat und auch ein neues Bajonett präsentierte, war die Objektiv-Palette zwar noch marginal – immerhin war aber die wohl wichtigste Brennweite mit am Start: 63mm entsprechen ziemlich genau 50mm im Vollformat (Crop-Faktor knapp 0,8), und mit Ausgangsblende f2.8 (entspricht einer 2er-Blende im Vollformat) war der ambitionierte Fotograf einwandfrei bedient. Die Linse ist klein, leicht und kompakt – und auch preisgünstig. Die Abbildungsleistungen hingegen sind überragend. Wir haben das Objektiv an der GFX100 einem kleinen Praxistest unterzogen.

Überragende Leistung

Als die Linse herauskam, gab es ja nur die beiden 50MP-Modelle – schon seit eineinhalb Jahren muss das 63er beweisen, dass es auch 100 Megapixel bewältigen kann. Und mit der brandneuen GFX100S steht das Objektiv erneut auf dem Prüfstand. Wie im KB-Sektor ist auch diese Brennweite einigermaßen universell einsetzbar und deckt einen großen Teil der fotografischen Alltagserfordernisse ab: Landschaften, Architektur, Natur und selbstverständlich alle Arten von Studioaufnahmen und Porträt. Durch die passable Naheinstellgrenze und die enorme Auflösung der GFX100 stellt diese Kombination auch beeindruckende Makro-Qualitäten unter Beweis: Man kann sehr weit und tief in die Bilder hinein croppen, ohne etwas an Bildqualität und insbesondere an Schärfe einbüßen zu müssen.

Minimalistisch, aber robust

Das GF 63mm/f2.8 ist sehr gut verarbeitet – Metall und Glas, soweit das Auge reicht. Muss auch so sein, denn das WR im Objektivnamen steht für soliden Spritzwasser- und Staubschutz – dafür sorgen zahlreiche Dichtungen, insgesamt sieben. Somit ist das Objektiv, das einen sehr minimalistischen Eindruck vermittelt, ein verlässlicher Begleiter auch bei widrigen und schwierigen Wetterbedingungen.

 

Blende und Fokusring: That´s it

Fuji hier beschränkt sich auf das Wesentliche: Griffig gummierter Fokusring, knackig in Drittelstufen einrastende Blende von 2.8 bis 32 und A-Stellung – das war´s auch schon. Selbstverständlich kann die Blende auch über die Kamera reguliert werden – dafür ist ebenfalls die A oder die C-Index anzusteuern. Ansonsten gilt die Devise: Keine Zusatzhebelchen oder programmierbare Knöpfe, auch kein Stabilisator. Der AF vermittelt deutliches akustisches Feedback, dass er gerade beschäftigt ist …

Detailreichtum

Im Manuellmodus werden die Gläser elektronisch bewegt, was unter Umständen kleine Verzögerungen mit sich bringen kann. Insgesamt wird beim Scharfstellen viel Glasmasse bewegt, was zur Folge hat, dass man sich keine Geschwindigkeitsrekorde erwarten muss. Wer sich darauf einstellen kann, wird mit dem AF und seiner Leistungskraft aber sicher zufrieden sein – aber auf dem Sportplatz hat das Objektiv definitiv nichts zu suchen. Dafür aber in den anderen, bereits genannten Motiv-Bereichen – und hier wird man nämlich mit atemberaubendem Detailreichtum belohnt: 100MP im Mittelformat sind kein Pappenstiehl, das ist die Königsklasse das gibt schon was her.

 

Sei kreativ!

Gleichzeitig dazu gibt’s natürlich jede Menge ausgewogenes und seidenweiches Bokeh, auch weit über die Ausgangsblende 2.8 hinaus. Hier kommt gestalterische Kreativität zum Tragen, denn je nachdem wie weit das Motiv entfernt ist, kann man die Hinter- und Vordergrund-Unschärfen sanft und nuanciert steuern. Der riesige EVF im Okular hilft dabei, solche Kompositionen zu realisieren. Die Ebene, auf der der Fokus liegt, ist jeweils bis in die Randbereiche extrem scharf, Vignetten sind uns nicht aufgefallen. Fazit: Optische Fehler sind nirgends auszumachen, das Kontrastverhalten ist hervorragend.

 

Das Objektiv ist bei uns im Geschäft lagernd. Hier geht’s zu unserem Angebot.

 

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