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Erfahrungsbericht: Olympus OM-D E-M10 Mark IV + M.Zuiko 14-42mm f3.5-5.6

Ich komme ja nicht unbedingt aus dem Olympus-Lager und habe daher (fast) keine Erfahrung mit dem Micro-Four-Thirds-Format – mein letzter Test mit dem Spitzenmodell von Olympus, der E-M1X, die mir außerordentlich gut gefallen hat, sowohl was Handling und Design wie auch die Bildqualität betrifft, ist auch schon einige Zeit her. Der Crop-Faktor beträgt der MFT-Kameras beträgt 2 – da muss man bei Bildkomposition und Objektivwahl etwas umdenken … wenn man aus dem APS-C oder VF-Lager kommt. Die Vorteile des MFT-Formats liegen auf der Hand: Kameragehäuse wie auch Objektive sind klein, handlich und leicht. Das dürften die primären Gründe für Olympus sein, auch weiterhin auf dieses Format zu setzen.

Perfekter Einstieg

Eine der preisgünstigsten und kompaktesten voll ausgestatteten Systemkameras (mit riesigem Objektivpark im Hintergrund) ist die OM-D E-M10 Mark IV in Kombination mit dem Pancake-Objektiv M.Zuiko 14-42mm f3.5-5.6. Der perfekte Einstieg in den Olympus-Kosmos mit eingebautem Blitz, vertikal kippbarem Touch-Display, knackscharfem elektronischem Sucher mit automatischer Helligkeitseinstellung.

 

Nimm dir Zeit

Die Fülle an Funktionen erschlägt einen förmlich – wenn man aber den Durchblick hat, was doch einige Zeit in Anspruch nimmt, dann ergibt sich eben eine ebenso große Fülle an kreativen Möglichkeiten, die Kamera voll aus zu reizen – bis hin zu verschiedenen Art-Looks. Die Herausforderung an den Benutzer daher: Nimm dir etwas Zeit – so wie ich – und studiere das Menü, beziehungsweise die umfangreiche Gebrauchsanweisung genau. Oder: Suche gezielt nach dem, womit bzw. mit welchen Einstellungen du liebäugelst. Learning by doing funktioniert selbstverständlich auch – aber erfahrungsgemäß braucht man ja für den Einstieg nicht unbedingt das volle Paket der Leistungskraft.

 

Info-Zentrale

Praktisch und für den täglichen Einsatz bestens geeignet ist der Touchscreen – erfahrungsgemäß mit seinen beiden wichtigsten Funktionen: Verschieben des Autofocus und Auslösung per Tip. Aber Achtung: Über den Touch-Screen ist es, ähnlich wie bei Sony, nicht möglich, das Menü komplett per Touch-Screen zu bedienen. Oben, unten, rechts und links sind alle Zusatz-Infos, die über die Einstellungen informieren, gut leserlich platziert. Über die rechts davon platzierte Viererwippe mit zentralem OK-Button werden ISO, Messfeld, Blitzeinsatz sowie Selbstauslöser/(Belichtung/Einzel/Serie) angesteuert. Der Rest an der Kamera-Rückseite ist Business as usual & nur mit dem nötigsten ausgestattet: Menü, Info (bei anderen Herstellern auch „Q“), Papierkorb, Play und der AEL/AFL-Button = FN1-Knopf .

 

Ausstattung

Interessanter wird’s an der Kamera-Schulter, und dort vor allem beim Modus-Rad mit den Einstellungen P, A, S, M, Video, SCN … und: ART sowie das so genannte AP. Letztere ruft interessante Menüeinstellungen wie beispielsweise Mehrfachbelichtungen, lautlose Auslösung, Panorama, Korrektur stürzender Linien, Bracketing (AE und AF). Das dürfte sich im Foto-Alltag praktisch auswirken, aber auch  bei komplizierteren Fotoarbeiten: man muss nicht lang rumfummeln, um zu den gewünschten Ergebnissen zu kommen. 

 

Nicht minder interessant ist der Short-Cut-Knopf links vom On/Of/Blitz-Hebel: Dieser gewährt schnellen und unkomplizierten Zugriff auf die verschiedenen Szenenprogramme, künstlerische Filter oder Video-Einstellungen. Die beiden Einstellräder neben dem großen Modus-Rad dienen der Blenden-/Verschluss-Regelung. Das ist gut so, weil sich diese Anordnung eigentlich bei allen Digitalkameras so durchgesetzt hat. Der eingebaute Blitz erledigt seinen Job gut – wer aber etwas weiter leuchten möchte, sollte sich schon einen Systemblitz zulegen.

Technisch top

Die E-M10 ist eine wirklich sympathische und auch schöne Knipse, die man unaufgeregt verwenden kann – wie beispielsweise in der Street-Fotografie, aber auch bei Wanderungen oder in Gesellschaft, wenn schnell mal ein Bild geschossen werden soll. Die mitgelieferten 16 Megapixel sorgen für knackscharfe und farblich wie auch kontrastseitig ausgewogene Bilder. Im JPEG-Bereich werden die Bilder kameraintern ausgewogen verarbeitet und wirken für manche Betrachter knackig – mir haben die Ergebnisse jedenfalls gut gefallen. Besonders gefallen hat das kleine Zoomobjektiv M. Zuiko 14-42mm/f1:3,5-5,6 (adäquat zum Vollformat 28- 84mm), das sich wirklich gut schlägt - fast unglaublich, was für kompakte Ausmaße objektivseitig heute technisch möglich sind. Die Linse gibt´s bei Foto Hebenstreit natürlich auch im Kit.

 

Einsatzgebiete

Mein Fazit: Für mich wäre diese Kamera/Objektiv-Kombi ein Daily Driver – ich hätte sie immer dabei. Im Auto, bei Wanderungen, als Sicherung und ganz sicher als unkompliziertes, unauffälliges und sehr gut verarbeitetes, robustes Zweitgehäuse. Man kann damit schöne Landschaftsbilder produzieren, aber auch ansprechende Porträts oder rasante Reportagebilder schießen. Wenn ich allerdings blitzen müsste, würde ich schon einen Systemblitz anbringen – aber davon gibt’s ja auch reichlich im Angebot. Man bekommt für kleines Geld viel Kamera. Übrigens: Ich war mit der Kamera bei eisigen Temperaturen unterwegs – Akku wie auch diese schöne OM-D haben wacker durchgehalten.

 

Zum Produkt im Onlineshop:

Olympus OM-D E-M10 Mark IV Kit + 14-42mm silber

Olympus OM-D E-M10 Mark IV Kit + 14-42mm schwarz

 

Text & Bilder: (c) Walter de Meijer

 

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