· 

Testbericht: Fuji XF 56 mm f1.2 R

Fujinon Super EBC XF 56mm/f1.2R:
Die Super-Linse für Porträt-Fotografen

 

Maximale Lichtausbeute, minimale Schärfentiefe: Darauf sind jene Fotografen aus, die sich dieses Objektiv, das schon einige Jahre auf dem Markt ist und wir jetzt mal zwischendurch getestet haben, kaufen. Vor allem Profis arbeiten gerne mit dieser Festbrennweiten-f1.2er, weil man damit sehr schön freistellen kann und gleichzeitig ein beeindruckendes Bokeh erhält.


Verarbeitung & erster Eindruck:

Das XF 56mm/f1.2 R ist erst mal großartig verarbeitet: Der extra breite manuelle Fokusring sowie der Blendenring lassen sich satt drehen und geben ein gutes haptisches Feedback. Die Bildschärfe ist bereits bei Ausgangsblende einwandfrei und schlägt sich bis zum Bildrand hinaus beeindruckend. Aber das will man ja eigentlich gar nicht – hat es aber, wenn man es braucht.

 

Fuji verspricht weiter: „Farbsäume in Form von chromatischen Aberrationen bleiben gering, von F1,2 bis F2,0 treten selbst im Maximum zu den Bildrändern hin weniger als 1 Pixel breite Farbräume auf.“ Keine Frage: Die Fuji-Ingenieure haben hier ganze Arbeit geleistet. Damit ist dieses 56er absolut offenblend-tauglich: Dieses 56er bildet bei allen Blenden scharf ab.

Die Vignettierung ist mit weniger als einer halben Blendenstufe und sanftem Anstieg zu vernachlässigen, Verzeichnungen treten nicht auf.

Das Auflösungsmaximum erreicht man bei Blende 8: wenn man nah genug am Motiv dran ist, liefert die Linse auch hier noch ein seidenweiches Bokeh. Kein Wunder – mit dem 56er bewegt man sich, wenn man den Crop-Faktor von ca. 1:1,3 mit ins Kalkül zieht, eigentlich bereits im Tele-Bereich (Äquivalent zum Vollformat: 85 mm).

Dieses Objektiv eignet sich für vieles, aber sicher nicht als Daily Driver – im Gegenteil: Der Einsatzbereich ist relativ schmal definiert. Man muss doch ordentlich Abstand nehmen zum Motiv, denn die Minimaleinstell-grenze liegt bereits bei 60cm. Ab da allerdings können Sie nach Herzenslust freistellen: selbst wenn das Motiv dann weiter weg ist – 5 oder 10 Meter – erzeugt das Objektiv bei kleiner Blende 1.2 oder 1.4 und 2 noch wunderschöne Hintergrundunschärfen.

Es geht also ums Spiel mit Schärfen und Unschärfen – in erster Linie. Was ist aber mit der Autofocus-Geschwindigkeit? Diese entspricht dem Erwartbaren: Die Fokussierung „zwitschert“ im bekannten Fuji-Style dahin, arbeitet zuverlässig und gut hörbar, was Spaß macht – auch im Augenautofocus. Das Ganze läuft also nicht zu schnell und nicht zu langsam ab. Hat man jedoch eine X-H1, eine X-T2 oder X-T3 an die Linse geschnallt, stellt die Linse sssssssst pfeilschnell scharf.

Überzeugt auch bei Low-Light-Situationen

Das so genannte „Focus-Hunting“ tritt in manchen und schwierigen oder kontrastarmen Licht-Situationen auf, spielt aber in der Praxis eine unbedeutende Rolle. Man nimmt sich mit dieser Linse ohnehin viel Zeit für Motiv, Ausschnitt und Bild-Komposition – und fotografiert dann ruhig und entspannt und konzentriert sich auf alles andere, nur nicht auf Action und Dynamik. Obwohl: Wer in lichtarmen Situationen ohne Blitz, aber Situationen trotzdem mit Verschlusszeiten jenseits von 1/100 einfrieren möchte und dabei etwas Abstand halten kann – wie beispielsweise bei einer Theater- oder Konzertaufführung – der trifft mit diesem 56er sicher auch die richtige Wahl.

 

 

 

 

 

Fazit

Die Bildqualität über jeden Zweifel erhaben: Brilliant! Schöne, organisch ausgewogene und satte Farben, hervorragende Schärfe – und wie bereits mehrfach erwähnt: Bokeh ohne Ende. Wer dann noch mit den Fuji-Filmsimulationen spielt, kann sich kreativ weiter austoben.

Letztlich besitzt das Fujinon 56mm/f1.2 durch seine beeindruckenden Schärfe- und Abbildungsqualitäten auch, sagen wir mal: gemäßigtes Makro-Potenzial. Damit schlägt man bei Wanderungen oder Spaziergängen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

 

Das Objektiv ist bei uns lagernd und kostet € 999.-

 

 

Bildergalerie

Kommentar schreiben

Kommentare: 0